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Bitcoin bei PostFinance
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Bei PostFinance lässt sich Bitcoin direkt im E-Finance kaufen, ab USD 50, auch als Sparplan. Die Handelsgebühr beginnt bei 0,95 %, dazu kommen 0,15 % pro Jahr auf den Bestand. Herausholen lässt er sich nicht: Die Produktbeschreibung führt den Transfer als «aktuell nicht verfügbar», in beide Richtungen.
Die Frage, die vor allen anderen kommt
Wer nach PostFinance und Bitcoin sucht, sucht meistens eines von beidem: was es kostet oder ob der Bitcoin wieder herauskommt. Die zweite Frage ist die folgenreichere, und sie ist beantwortet.
Die Produktbeschreibung Krypto führt eine Tabelle «Preise und Konditionen». Darin steht die Zeile «Transfer (Empfangen und Senden)». Der Wert daneben lautet «aktuell nicht verfügbar».
Eine Anmerkung zur Quelle. In der deutschen Fassung des Dokuments ist dieser Wert als Grafik gesetzt und lässt sich nicht als Text auslesen. In der französischen Fassung derselben Publikation steht er im Text: «Transfert (réception et envoi) — Pas disponible actuellement». Beide Fassungen stehen unten bei den Quellen.
Das gilt in beide Richtungen. Du kannst weder eigene Bitcoin einliefern noch gekaufte auf eine eigene Adresse abheben. Der Bestand entsteht bei PostFinance und bleibt dort, bis er verkauft wird.
Die Produktseite sagt dieselbe Sache als Vorteil. Auf die Frage, ob man eine digitale Geldbörse brauche, antwortet PostFinance: «Nein. Bei PostFinance kaufen und verkaufen Sie die Kryptowährungen aus unserem Angebot, ohne selbst ein Wallet für Kryptowährungen einrichten zu müssen.»
Beide Sätze beschreiben dieselbe Eigenschaft. Der eine aus Sicht der Bequemlichkeit, der andere aus Sicht der Verfügung.
Was es kostet
Alle Angaben stammen von der Preistabelle auf der Kryptoseite von PostFinance, abgerufen am 22. August 2026.
| Handelsgebühr | 0,95 % ab USD 0, 0,75 % ab USD 250 000, 0,55 % ab USD 1 Mio. |
| Portfoliogebühr | 0,15 % p. a. ab CHF 0, 0,10 % ab CHF 500 000, 0,05 % ab CHF 1 Mio. |
| Mehrwertsteuer | auf der Portfoliogebühr zusätzlich |
| Mindestbetrag je Auftrag | USD 50 |
| Kryptosparplan | ab USD 50 |
| Staking-Gebühr | 20 % auf Rewards, mindestens USD 1 pro Quartal |
| Handelswährung | US-Dollar |
| Angebot | über 20 Kryptowährungen |
Die Staffeln greifen für Privatanleger praktisch nie. Die zweite Stufe der Handelsgebühr beginnt bei einem Auftrag über USD 250 000, die zweite Stufe der Portfoliogebühr bei einem Bestand von CHF 500 000. Wer monatlich einen dreistelligen Betrag anlegt, zahlt dauerhaft 0,95 % und 0,15 %.
Die Portfoliogebühr ist der Posten, den man unterschätzt. Sie fällt jedes Jahr an, unabhängig davon, ob gehandelt wird. Bei einem Sparplan über CHF 200 im Monat kostet der Kauf über zehn Jahre CHF 228, die laufende Gebühr dagegen CHF 180. Zusammen sind das CHF 408.
Und der Dollar kommt dazu. Gehandelt wird in US-Dollar, das Referenzkonto läuft in Franken. Was die Umrechnung kostet, steht in der Preistabelle nicht.
Was hier nicht steht, weil es nicht dort steht
Der Spread. PostFinance beziffert ihn nicht, so wie kein Schweizer Anbieter. Der tatsächliche Preis liegt damit über den 0,95 %, und um wie viel, sagt niemand.
Der Wechselkursaufschlag. Weder die Kryptoseite noch die Produktbeschreibung nennt einen Satz für die Umrechnung zwischen Franken und Dollar.
Eine Depotgebühr auf andere Werte. Die Portfoliogebühr bezieht sich nach der Fussnote auf das gesamte Kryptovermögen. Wie sie sich zu einem bestehenden Wertschriftendepot verhält, geht aus der Tabelle nicht hervor.
Was der Vergleich über zehn Jahre ergibt
Die Zahlen stammen aus derselben Rechnung, die auch dem Anbietervergleich zugrunde liegt: ein Sparplan über CHF 200 im Monat, zehn Jahre, ohne Spread.
| Anbieter | Kaufgebühren | laufend | zusammen |
|---|---|---|---|
| PostFinance | CHF 228 | CHF 180 | CHF 408 |
| Relai | CHF 240 | CHF 0 | CHF 240 |
Die Kaufgebühr ist bei PostFinance sogar tiefer. 0,95 % gegen 1,0 %. Den Unterschied macht die Portfoliogebühr, die jedes Jahr auf den gewachsenen Bestand anfällt.
Und die Rechnung enthält den Spread bei beiden nicht. Keiner der beiden Anbieter beziffert ihn. Der tatsächliche Abstand kann deshalb grösser oder kleiner sein als die Tabelle zeigt.
Was mit Staking ist
PostFinance bietet Staking an und verlangt dafür 20 % auf die Rewards, mindestens USD 1 pro Quartal.
Für Bitcoin spielt das keine Rolle. Staking setzt ein Netzwerk voraus, das Einheiten für das Bereitstellen von Kapital ausschüttet. Bitcoin tut das nicht. Wer bei PostFinance Bitcoin hält, hat mit dieser Gebühr nichts zu tun.
Erwähnenswert ist sie trotzdem, weil sie im selben Preisblatt steht und weil Erträge aus Staking steuerlich anders behandelt werden als ein Kursgewinn.
Für wen das reicht
Die ehrliche Antwort hängt an einer Frage, und sie ist keine Frage des Geldbetrags.
Es reicht, wenn du am Kurs teilhaben willst. Wer Bitcoin als eine Position neben anderen führt, sie im gewohnten Onlinebanking sehen und im Steuerauszug mitgeliefert bekommen will, bekommt genau das. PostFinance stellt jährlich eine Vermögensübersicht für die Steuererklärung aus.
Es reicht nicht, wenn der Bestand von keinem Unternehmen abhängen soll. Wer Bitcoin gerade deshalb hält, hat mit einem Bestand, der die Bank nie verlassen kann, nichts gewonnen. Der Wechsel später kostet: verkaufen, auszahlen lassen, anderswo neu kaufen, zweimal Gebühren.
Und es reicht nur bedingt für den langen Sparplan. Über zehn Jahre trägt die Portfoliogebühr fast so viel bei wie sämtliche Kaufgebühren. Bei einem Anbieter ohne laufende Gebühr entfällt dieser Teil.
Über zwanzig Kryptowährungen, und warum das hier nichts hilft
PostFinance wirbt mit dem Zugang zu über zwanzig Kryptowährungen. Als Verkaufsargument ist das nachvollziehbar. Für die Frage, um die es hier geht, zählt es nicht.
Wer Bitcoin will, braucht die anderen zwanzig nicht. Die Breite eines Angebots erhöht die Auswahl und ändert nichts an dem, was ein einzelner Kauf kostet oder daran, ob der Bestand herauskommt.
Für die Portfoliogebühr ist sie sogar ein Nachteil. Die Gebühr bezieht sich nach der Fussnote im Preisblatt auf das gesamte Kryptovermögen. Wer mehrere Währungen hält, zahlt sie auf alles zusammen.
Was PostFinance rechtlich ist
PostFinance AG steht mit Sitz in Bern in der Liste der bewilligten Banken und Wertpapierhäuser der FINMA. Sie ist damit eine Bank im Sinne des Bankengesetzes, mit allem, was daran hängt.
Über das Kryptoangebot sagt die Bewilligung nichts. Sie bedeutet nicht, dass die Bank Bitcoin herausgibt, und sie bedeutet nicht, dass der Preis günstig ist. Was sie bedeutet, ist eine laufende Aufsicht über den Betrieb der Bank.
Für den Konkursfall gilt eine eigene Bestimmung. Kryptobasierte Vermögenswerte einer Bank sind unter einer Bedingung Depotwerte und werden dann aus der Masse ausgesondert. Wie diese Bedingung lautet, steht in Bitcoin im Konkurs des Anbieters.
Was in der Schweiz anders ist
Die Reichweite. PostFinance ist für einen grossen Teil der Bevölkerung die Bank, bei der ohnehin das Konto liegt, und der Weg zum ersten Bitcoin ist damit kürzer als bei jedem spezialisierten Anbieter: kein neues Konto, keine zweite Identifikation, keine neue App.
Das erklärt die Nachfrage und zugleich das Risiko dieses Angebots. Wer den kürzesten Weg nimmt, trifft die Entscheidung über die Verfügung, ohne zu merken, dass er sie getroffen hat.
Wenn du wieder heraus willst
Weil der Transfer ausgeschlossen ist, gibt es genau einen Weg: verkaufen. Der Erlös geht auf das Referenzkonto, und ab dort gelten die üblichen Regeln.
Zwei Dinge kommen dabei zusammen. Erstens fällt die Handelsgebühr ein zweites Mal an, dazu der Spread. Zweitens ist der Verkauf der Moment, in dem ein grösserer Betrag auf einem Konto ankommt.
Was die Bank dann fragen darf und wie man sich darauf vorbereitet, steht in Was die Bank fragt, wenn Geld aus einem Bitcoin-Verkauf ankommt. Bei PostFinance ist die Herkunft dabei besonders leicht zu belegen: Kauf und Verkauf liefen beim selben Institut.
Der eine Schritt, der sich lohnt
Beantworte vor dem ersten Kauf die Frage, ob der Bestand dauerhaft bei einer Bank liegen darf. Fällt die Antwort ja aus, ist PostFinance ein bequemer und teurer Weg. Fällt sie nein aus, ist es der falsche.
Die Anbieter, bei denen die Auslieferung vorgesehen ist, stehen mit ihren Kosten im Überblick.
Häufige Fragen
Kann ich meine Bitcoin von PostFinance auf eine eigene Wallet übertragen?
Nein. Die Produktbeschreibung Krypto führt die Zeile «Transfer (Empfangen und Senden)» mit dem Wert «aktuell nicht verfügbar». Der Transfer ist damit in beide Richtungen ausgeschlossen.
Was kostet Bitcoin bei PostFinance?
Die Handelsgebühr beträgt 0,95 % ab USD 0, 0,75 % ab USD 250 000 und 0,55 % ab USD 1 Mio. Dazu kommt eine Portfoliogebühr von 0,15 % pro Jahr ab CHF 0, exklusive Mehrwertsteuer.
Ab welchem Betrag kann ich bei PostFinance Bitcoin kaufen?
Ab USD 50 pro Einzelauftrag. Der Kryptosparplan beginnt ebenfalls bei USD 50, wöchentlich, monatlich, alle zwei Monate oder vierteljährlich.
Brauche ich für PostFinance eine eigene Wallet?
Nein, und das ist zugleich die Kehrseite. PostFinance schreibt: «Bei PostFinance kaufen und verkaufen Sie die Kryptowährungen aus unserem Angebot, ohne selbst ein Wallet für Kryptowährungen einrichten zu müssen.» Die Schlüssel liegen bei der Bank.
Bekomme ich einen Steuerauszug?
Ja. PostFinance schreibt, man erhalte für die digitalen Vermögenswerte jährlich eine Vermögensübersicht für die Steuererklärung.
Quellen
- PostFinance, Kryptowährungen kaufen, Gebühren und Konditionen , abgerufen am
- PostFinance, Produktbeschreibung Krypto (PDF), Zeile «Transfer (Empfangen und Senden)» , abgerufen am
- PostFinance, Description du produit Crypto (PDF). Dieselbe Publikation auf Französisch; nur dort steht der Wert der Transferzeile als Text und nicht als Grafik , abgerufen am
- PostFinance, Fragen und Antworten zum Kryptohandel, Verwahrung und Steuerauszug , abgerufen am
- FINMA, Bewilligte Banken und Wertpapierhäuser, Stand 22. August 2026 , abgerufen am
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