Kaufen · Einstieg
Bitcoin mit TWINT kaufen
Zuletzt geprüft: · Veröffentlicht:
Bei keinem Schweizer Bitcoin-Anbieter lässt sich mit TWINT bezahlen. Relai, Mt Pelerin, Pocket Bitcoin und der SBB-Billettautomat führen die App auf ihren eigenen Seiten nicht als Zahlungsart. Zwei Wege bleiben: der Krypto-Automat von Värdex Suisse und der Handel von Person zu Person. Beide haben einen Preis. Beim ersten ist er hoch.
Warum es direkt nicht geht
TWINT ist ein Zahlungssystem. Die Funktionsübersicht des Unternehmens führt Bezahlen im Laden und im Onlineshop, Geld senden und anfordern, Bargeldbezug, Gutscheine, Versicherungen, Parkgebühren und Billette auf. Kryptowährungen kommen darin nicht vor.
Das allein wäre kein Hindernis. TWINT ist in einem grossen Teil der Schweizer Onlineshops als Zahlungsart eingebunden. Ein Bitcoin-Anbieter könnte sie grundsätzlich ebenso anbieten. Der Befund ist deshalb nicht, dass TWINT es verbietet. Der Befund ist, dass es niemand tut.
Geprüft am 22. August 2026 an den Preis- und Zahlungsseiten der Anbieter selbst:
| Anbieter | Zahlungsarten laut eigener Seite | TWINT |
|---|---|---|
| Relai | Banküberweisung, Kredit- und Debitkarte | nein |
| Mt Pelerin | Visa, Mastercard, Apple Pay, Google Pay, SEPA, SWIFT, Schweizer Banküberweisung, QR-Rechnung, Bargeld am SBB-Automaten und am Postschalter | nein |
| Pocket Bitcoin | Banküberweisung, Echtzeitüberweisung | nein |
| SBB-Billettautomat | Bargeld, PostFinance Card, Maestro-Debitkarte | nein |
| Swissquote, PostFinance, ZKB, Luzerner Kantonalbank, Valiant, Yuh | Handel ab dem eigenen Konto beim Institut | entfällt |
| Värdex-Automat | Bargeld in CHF und EUR, Kreditkarte, Debitkarte, TWINT | ja |
Bei den Banken stellt sich die Frage gar nicht. Wer bei Swissquote, PostFinance oder einer Kantonalbank kauft, bezahlt aus dem Guthaben seines Kontos beim selben Institut. Eine Zahlungs-App sitzt dort nirgends dazwischen.
Der erste Weg: der Krypto-Automat
Värdex Suisse führt TWINT auf der Seite zu seinem Automatennetz als bargeldlose Zahlungsart auf, neben Kredit- und Debitkarte. Das Unternehmen hat Sitz in der Schweiz und ist der Selbstregulierungsorganisation VQF angeschlossen.
Der Preis steht auf derselben Seite. Värdex weist eine Kommission von 11 % aus, dazu eine feste Transaktionsgebühr von CHF 4. Zum Vergleich: Relai verlangt 1.0 %, Mt Pelerin 1.3 % ab einem Jahresumsatz von CHF 500. Wer CHF 200 mit TWINT am Automaten kauft, bezahlt rund CHF 26 an Gebühren.
Das Unternehmen begründet die Höhe mit den Kosten für Wartung, Betrieb, Sicherheit und Compliance eines Automatennetzes. Die Begründung erklärt den Aufschlag. Sie macht ihn nicht kleiner.
Bei bargeldloser Zahlung gilt eine andere Grenze als bei bar. Värdex nennt für Kartenzahlungen CHF 1’000 pro Person innerhalb von 24 Stunden, für Barkäufe CHF 1’000 pro Person innerhalb von 30 Tagen. TWINT zählt zu den bargeldlosen Zahlungsarten. Woher dieser Unterschied kommt, steht in Bitcoin-Automaten in der Schweiz.
Der zweite Weg: von Person zu Person
Beim Handel von Person zu Person kauft niemand von einem Unternehmen. Ein Mensch verkauft Bitcoin, ein anderer bezahlt dafür Franken. Die Plattform dazwischen vermittelt. TWINT ist dabei nur der Weg, auf dem die Franken fliessen.
Sichtbar in der Schweiz ist dafür vor allem Peach. Die Peach S.à r.l. hat ihren Sitz in Neuenburg, trägt die Unternehmensnummer CHE-158.025.408 und ist der Selbstregulierungsorganisation PolyReg angeschlossen. Sie ist damit Finanzintermediärin nach Schweizer Geldwäschereirecht.
Was der Vertrag auf der Blockchain leistet
Der naheliegende Einwand gegen den Handel unter Fremden lautet: Du schickst Geld weg und hoffst auf die Gegenleistung. Bei Peach ist die Reihenfolge eine andere.
Der Verkäufer hinterlegt seine Bitcoin vor der Zahlung in einem Vertrag auf der Blockchain, den zwei Unterschriften öffnen. Nach den eigenen Angaben des Unternehmens kann Peach die dort liegenden Bitcoin nicht allein bewegen. Erst wenn der Verkäufer den Eingang der Franken bestätigt, gehen sie an den Käufer. Bleibt eine Bestätigung aus, entscheidet ein Mitarbeiter von Peach den Streitfall.
Was er nicht leistet
Peach steht ausserhalb der Zahlung. In den Bedingungen steht wörtlich: «Peach does not process payments.» Käufer und Verkäufer tragen die Verantwortung für den Frankentransfer und die Kosten daraus. Wer per TWINT an die falsche Nummer zahlt, hat ein Problem mit TWINT und keines mit Peach.
Die Bitcoin liegen nicht kostenlos bereit. Peach berechnet dem Käufer 2 % des Handelsvolumens. Dazu kommt die Netzwerkgebühr für den Vertrag auf der Blockchain. Den Preis setzt der Verkäufer selbst. Dieser Aufschlag über dem Marktpreis ist keine Gebühr der Plattform und trotzdem Teil dessen, was du bezahlst.
Die Schwellenwerte gelten auch hier. Peach nennt für den Handel ohne Registrierung CHF 1’000 pro Tag, für Zahlungsarten von Person zu Person CHF 1’000 pro Monat und CHF 100’000 pro Jahr. Die Grundlage dafür ist Artikel 51a der Geldwäschereiverordnung der FINMA.
Was beim Handel unter Fremden schiefgehen kann
Die Zahlung selbst kennt keinen Rückweg. TWINT beschreibt das Senden von Geld zwischen zwei Nutzern als Vorgang in Echtzeit und ohne Gebühr. Zu einer Rückholung steht auf der Funktionsseite nichts. Wer den Betrag an die falsche Nummer schickt, hat ein Problem mit dem Zahlungssystem und keines mit der Handelsplattform.
Der Streitfall wird entschieden, nicht verhandelt. Bestätigt der Verkäufer den Eingang nicht, öffnet der Käufer einen Streitfall. Peach entschlüsselt dafür den Nachrichtenverlauf der beiden und entscheidet. In den Bedingungen steht, diese Entscheidung sei «conclusive, final and binding». Bleibt ein Streitfall ungelöst, fällt die Verfügung über den hinterlegten Betrag nach rund 30 Tagen an Peach, damit der Handel abgeschlossen werden kann.
Der Preis steht nicht fest. Verkäufer setzen einen Aufschlag über dem Marktpreis, und der ist Verhandlungssache des jeweiligen Angebots. Zwei Angebote am selben Tag können deshalb unterschiedlich teuer sein, ohne dass sich das an einer Gebührenangabe ablesen liesse.
Die übrigen Plattformen im Feld
Wer nach diesem Thema sucht, stösst neben Peach auf zwei weitere Namen. Beide werden hier eingeordnet und nicht empfohlen.
Binance P2P gehört zu einer Handelsplattform ohne Sitz in der Schweiz. Eine Bewilligung der FINMA oder den Anschluss an eine Schweizer Selbstregulierungsorganisation weist das Unternehmen für dieses Angebot nicht aus. Wer dort handelt, hat im Streitfall keinen Schweizer Ansprechpartner.
AgoraDesk ist ein Marktplatz ohne erkennbaren Schweizer Bezug. Dasselbe gilt dort.
Wie sich das prüfen lässt. Die FINMA führt ein öffentliches Verzeichnis der bewilligten Institute. Jede Selbstregulierungsorganisation veröffentlicht ihre Mitgliederliste. Ein Anbieter, der in keinem von beiden steht, ist für Schweizer Kundschaft kein regulierter Finanzintermediär.
Was in der Schweiz anders ist
TWINT hat kein deutsches Gegenstück. In Deutschland läuft dieselbe Frage über PayPal oder Klarna. Die Antworten aus deutschen Artikeln lassen sich deshalb nicht übertragen. Wer «Bitcoin mit TWINT» sucht, sucht etwas, das es nur hier gibt.
Der zweite Unterschied liegt bei den Grenzen. Die CHF 1’000, die an jeder Ecke dieses Themas auftauchen, sind keine Erfindung der Anbieter. Sie stehen in der Geldwäschereiverordnung der FINMA und gelten für jeden Finanzintermediär, der virtuelle Währungen gegen Zahlungsmittel tauscht.
Was der Umweg über TWINT einbringt
TWINT bucht vom Konto ab, von dem auch eine Banküberweisung abginge. Wer TWINT statt Überweisung wählt, ändert damit nicht die Herkunft des Geldes, sondern die Geschwindigkeit und den Ort der Eingabe.
Daraus folgt, wofür der Umweg taugt. Am Automaten spart er den Gang zum Bancomat, weil kein Bargeld nötig ist, und er hebt die Grenze von einem Monat auf einen Tag. Beim Handel von Person zu Person ist er schlicht die Zahlungsart, die beide Seiten in der Schweiz ohnehin haben.
Wofür er nicht taugt: einen Betrag günstiger oder schneller in Bitcoin zu verwandeln, als es eine Überweisung an Relai oder Mt Pelerin täte. Dort dauert es länger und kostet ein Bruchteil.
Was das nebeneinander kostet
| Weg | Gebühr | Grenze | Was du bekommst |
|---|---|---|---|
| Värdex-Automat mit TWINT | 11 % plus CHF 4 | CHF 1’000 in 24 Stunden | gedrucktes Paper Wallet |
| Peach, Person zu Person | 2 % plus Aufschlag des Verkäufers plus Netzwerkgebühr | CHF 1’000 pro Monat für TWINT | Bitcoin in deiner Wallet |
| Relai oder Mt Pelerin ohne TWINT | 1.0 % beziehungsweise 1.3 % | keine für den Kaufbetrag | Bitcoin in deiner Wallet |
Die dritte Zeile ist der Grund, diesen Artikel zu Ende zu lesen. Wer nicht auf TWINT festgelegt ist, zahlt über eine Banküberweisung ein Zehntel dessen, was der Automat verlangt. Der Umweg über TWINT lohnt sich, wenn es schnell gehen muss oder wenn kein Konto zur Verfügung steht.
Wenn es doch die Banküberweisung sein darf
Die Anbieter, ihre Gebühren und der Weg zur eigenen Wallet stehen im Überblick. Dort ist auch beschrieben, was nach dem Kauf zu tun bleibt, damit die Bitcoin nicht auf einem fremden Schlüssel liegen.
Häufige Fragen
Kann man in der Schweiz Bitcoin mit TWINT kaufen?
Nicht direkt bei einem Bitcoin-Anbieter. Möglich ist es an den Krypto-Automaten von Värdex Suisse, wo TWINT als bargeldlose Zahlungsart aufgeführt ist. Dazu im Handel von Person zu Person über eine Plattform wie Peach.
Warum nimmt Relai kein TWINT?
Die Preisgestaltung von Relai nennt Banküberweisung und Kredit- oder Debitkarte. TWINT kommt dort nicht vor. Eine Begründung gibt das Unternehmen nicht an.
Was kostet der Kauf mit TWINT am Automaten?
Värdex Suisse weist eine Kommission von 11 % und eine feste Transaktionsgebühr von CHF 4 aus. Bei bargeldloser Zahlung gilt eine Grenze von CHF 1'000 pro Person und Tag.
Ist der Handel von Person zu Person legal?
Ja. Peach S.à r.l. hat Sitz in Neuenburg und ist der Selbstregulierungsorganisation PolyReg angeschlossen. Ohne Registrierung gelten die Schweizer Schwellenwerte von CHF 1'000 pro Tag beziehungsweise CHF 100'000 pro Jahr.
Ist TWINT eine Kryptobörse?
Nein. Die Funktionsübersicht von TWINT führt Bezahlen im Laden und online, Geld senden und anfordern, Bargeldbezug, Gutscheine, Parkgebühren und weitere Dienste auf. Kryptowährungen kommen darin nicht vor.
Quellen
- TWINT AG, Funktionen für Privatkundinnen und Privatkunden , abgerufen am
- Värdex Suisse SA, ATM Network , abgerufen am
- Värdex Suisse SA, Fees and Commissions , abgerufen am
- Värdex Suisse SA, Frequently asked questions , abgerufen am
- Relai AG, Preisgestaltung Schweiz, Fassung vom 31. Dezember 2025 , abgerufen am
- Mt Pelerin Group SA, Buy Bitcoin, Zahlungsarten und Aufsicht , abgerufen am
- Peach S.à r.l., Terms and Conditions , abgerufen am
- Peach S.à r.l., Trading FAQ , abgerufen am
- Geldwäschereiverordnung-FINMA (GwV-FINMA), SR 955.033.0, Artikel 51a , abgerufen am
Passend dazu
- Bitcoin kaufen in der Schweiz
Die fünf Wege zum Bitcoin in der Schweiz, was sie kosten, welche Daten dabei anfallen und warum kein Anbieter seinen Spread beziffert.
- Bitcoin-Automaten in der Schweiz
Was der Kauf am Krypto-Automaten kostet, welche Grenzen gelten und warum die eine Quelle CHF 1'000 pro Tag schreibt und die andere pro Monat.
- Bitcoin bar kaufen in der Schweiz
Am SBB-Billettautomaten geht es mit Bargeld und ohne Ausweis. Was das kostet, welche Limiten gelten und warum ein Paper Wallet ein Zwischenschritt ist.
- Bitcoin-Anbieter im Vergleich
Was die Schweizer Anbieter tatsächlich kosten, warum der ausgewiesene Prozentsatz die kleinere Hälfte ist und bei welchen man nicht herauskommt.