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BitcoinBasis

Bitcoin · Fortgeschritten

Lightning Network

Zuletzt geprüft: · Veröffentlicht:

Lightning ist eine Zahlungsschicht über Bitcoin. Zwei Beteiligte sperren gemeinsam einen Betrag im Bitcoin-Register und verschieben ihn danach beliebig oft untereinander, ohne dass jede Verschiebung im Register landet. Dadurch werden Zahlungen sekundenschnell und kosten Bruchteile eines Rappens. Die praktisch wichtigste Frage dabei ist nicht die Technik, sondern die Wahl der Wallet.

Was ein Kanal ist

Am Anfang steht eine gewöhnliche Bitcoin-Transaktion. Zwei Beteiligte zahlen auf eine Adresse ein, über die nur beide gemeinsam verfügen können. Dieser Betrag ist die Kapazität des Kanals und die Obergrenze für alles, was darin verschoben wird.

Danach tauschen die beiden Unterschriften statt Transaktionen. Jede Zahlung ist eine neue Aufteilung desselben Betrags, von beiden unterzeichnet und nirgends veröffentlicht. Wer 10’000 mal einen Franken schickt, hat 10’000 Aufteilungen unterzeichnet und das Register kein einziges Mal angefasst.

Der Schutz liegt darin, dass jeder Stand jederzeit einlösbar ist. Wer den Kanal schliessen will, veröffentlicht die letzte Aufteilung im Bitcoin-Netzwerk. Sie wird dann wie jede Transaktion gültig. Wer stattdessen einen älteren, für ihn günstigeren Stand veröffentlicht, verliert seinen gesamten Anteil an den anderen Beteiligten. Diese Strafregel steht in der Spezifikation und ist der Grund, warum niemand der Gegenseite vertrauen muss.

Wie du jemanden bezahlst, mit dem du keinen Kanal hast

Ein Kanal verbindet zwei Beteiligte. Bezahlt wird trotzdem quer durchs Netzwerk. Möglich macht das die Weiterleitung.

Deine Wallet sucht einen Weg vom eigenen Kanal zum Ziel, über einen oder mehrere Zwischenknoten. Jeder Knoten auf dem Weg gibt den Betrag weiter und bekommt ihn von seinem Vorgänger. Zusammengehalten wird die Kette dadurch, dass jede Teilzahlung an dasselbe Geheimnis gebunden ist: Der Empfänger löst sie ein, indem er es preisgibt, und dadurch können alle Zwischenknoten rückwärts ihre eigene Teilzahlung einlösen. Entweder kommt die ganze Kette zustande oder keine einzige Teilzahlung.

Die Zwischenknoten erfahren dabei nicht, wer zahlt und wer empfängt. Der Weg ist schichtweise verschlüsselt. Jeder Knoten kennt nur seinen Vorgänger und seinen Nachfolger.

Wie gross das Netzwerk ist

Gemessen am 23. August 2026 über die öffentlich angekündigten Knoten:

Sichtbare Knoten 16’428
Kanäle 33’296
Kapazität zusammen rund 3’835 Bitcoin
Kapazität je Kanal, Median rund 0.020 Bitcoin
Kapazität je Kanal, Mittel rund 0.115 Bitcoin

Median und Mittel liegen weit auseinander. Daraus lässt sich etwas ablesen: Wenige grosse Kanäle ziehen den Mittelwert hoch, die Mehrzahl der Kanäle ist klein. Wer einen grossen Betrag über Lightning schicken will, findet dafür seltener einen Weg als für einen kleinen.

Nicht enthalten sind unangekündigte Kanäle. Sie werden bewusst nicht veröffentlicht, funktionieren aber. Jede Zahl über die Grösse des Netzwerks ist deshalb eine Untergrenze.

Was eine Zahlung kostet

Eine Weiterleitungsgebühr besteht aus zwei Teilen. Der eine ist ein fester Grundbetrag je Zahlung, der andere ein Anteil am Betrag.

Im Median über alle sichtbaren Kanäle lag der Anteil bei 100 Millionstel und der Grundbetrag bei einer halben Satoshi. Auf einen Betrag von 100’000 Satoshi entfallen damit 10 Satoshi Anteil plus eine halbe Satoshi Grundgebühr. Wer über drei Zwischenknoten geht, zahlt das dreifach.

Diese Beträge sind so klein, dass sie im Alltag keine Rolle spielen. Die Kosten, die eine Rolle spielen, entstehen woanders: beim Öffnen und Schliessen eines Kanals. Beides sind gewöhnliche Bitcoin-Transaktionen und kosten die übliche Gebühr der Basisschicht. Wer jeden Monat einen Kanal öffnet und schliesst, zahlt zweimal im Monat Basisschicht-Gebühren, und die Weiterleitungsgebühren dazwischen fallen daneben nicht ins Gewicht.

Die Wallet-Frage

Hier fällt die Entscheidung, die den Alltag bestimmt. Es gibt drei Wege. Sie unterscheiden sich darin, wer die Schlüssel hält und wer die Kanäle verwaltet.

Verwahrend Selbstverwahrend auf dem Telefon Eigene Node
Schlüssel beim Anbieter bei dir bei dir
Kanäle verwaltet der Anbieter die Wallet, meist automatisch du
Einrichtung Konto anlegen Wallet installieren, Kanal finanzieren Gerät, Speicher, laufender Betrieb
Empfang bei ausgeschaltetem Gerät ja in der Regel nein ja, solange die Node läuft
Wenn der Anbieter ausfällt Bestand ist weg Kanal lässt sich einseitig schliessen betrifft dich nicht
Kosten oft keine sichtbaren Kanalöffnung auf der Basisschicht Anschaffung und Strom

Verwahrend heisst, dass jemand anderes die Bitcoin hält. Der Dienst verwaltet einen grossen gemeinsamen Bestand und führt für dich ein Guthaben darin. Das ist bequem und es ist rechtlich derselbe Fall wie ein Guthaben bei einer Börse: Du hast eine Forderung. Was daraus im Konkursfall folgt, steht unter Bitcoin im Konkurs des Anbieters.

Selbstverwahrend auf dem Telefon ist der übliche Mittelweg. Die Wallet hält die Schlüssel und öffnet im Hintergrund Kanäle zu einem grossen Knoten. Bezahlen funktioniert sofort. Empfangen setzt voraus, dass auf der Gegenseite des Kanals genug Betrag liegt. An dieser Voraussetzung bleiben Neulinge hängen.

Die eigene Node nimmt beide Abhängigkeiten weg und bringt laufenden Betrieb mit. Sie muss erreichbar bleiben, damit Zahlungen ankommen. Die Kanäle wollen zudem nachgefüllt werden.

Welche Wallet-Arten es allgemein gibt und was beim Einrichten geschieht, steht unter Bitcoin-Wallet erstellen.

Was in der Schweiz anders ist

Zwei öffentliche Stellen nehmen Bitcoin an, beide auch über Lightning. Der Kanton Zug für Rechnungen der kantonalen Steuerverwaltung und die Stadt Lugano für ihre eigenen Rechnungen. In beiden Fällen wird der Betrag sofort in Franken gewechselt. Die Bedingungen im Einzelnen stehen unter Mit Bitcoin bezahlen in der Schweiz.

Wie viele Läden und Restaurants es annehmen, ist unbekannt. Es gibt Verzeichnisse, deren Zustandekommen sich nicht nachvollziehen lässt. Ihre Zahlen weichen stark voneinander ab. Dieser Artikel nennt deshalb keine.

Steuerlich ändert die zweite Schicht nichts. Wer über Lightning bezahlt, veräussert Bitcoin. Bei Privatpersonen ist der Kapitalgewinn auf beweglichem Vermögen steuerfrei. Für den Bestand am Stichtag gilt die Vermögenssteuer unverändert. Dazu zählt auch, was in einem Kanal liegt.

Was dieser Artikel nicht behandelt

Ein erheblicher Teil des Zahlungsvolumens auf Lightning entfällt auf Glücksspielangebote. Das ist beim Betrachten der Netzwerkzahlen sichtbar und gehört zur ehrlichen Beschreibung dazu. Angebote dieser Art werden hier weder genannt noch verglichen, weil diese Seite keine Anlage- und keine Spielempfehlungen gibt.

Ebenfalls nicht behandelt wird der Betrieb einer eigenen Node im Detail. Er setzt eigene Erfahrung mit dem laufenden Gerät voraus.

Was Lightning nicht löst

Grosse Beträge. Ein Weg durch das Netzwerk trägt höchstens so viel, wie der kleinste Kanal darauf hergibt. Bei einem Median von rund 0.020 Bitcoin je Kanal ist die Basisschicht für grössere Summen der verlässlichere Weg.

Zahlungen an abwesende Empfänger. Wer selbstverwahrend arbeitet, muss zum Zeitpunkt der Zahlung erreichbar sein.

Die Verwahrung. Ein Betrag in einem offenen Kanal ist gebunden. Er lässt sich abziehen, das kostet aber eine Transaktion auf der Basisschicht und Wartezeit. Wer einen Bestand aufbaut, hält ihn nicht auf der zweiten Schicht.

Wer zuerst Bitcoin braucht, bevor sich diese Fragen stellen, findet die Schweizer Kaufwege im Überblick.

Häufige Fragen

Was ist das Lightning Network einfach erklärt?

Eine Zahlungsschicht über Bitcoin. Zwei Beteiligte hinterlegen gemeinsam einen Betrag im Bitcoin-Register und verschieben ihn danach beliebig oft untereinander, ohne dass jede Verschiebung im Register landet. Erst beim Schliessen des Kanals wird der Endstand eingetragen.

Was kostet eine Lightning-Zahlung?

Die Weiterleitung kostet im Median 100 Millionstel des Betrags plus eine halbe Satoshi Grundgebühr, gemessen am 23. August 2026. Dazu kommen bei manchen Wallets Kosten für das Öffnen eines Kanals. Die fallen auf der Basisschicht an.

Brauche ich eine eigene Node für Lightning?

Nein. Es gibt drei Wege: eine verwahrende Wallet ohne eigene Schlüssel, eine selbstverwahrende Wallet auf dem Telefon, die Kanäle für dich verwaltet, und eine eigene Node. Der Aufwand steigt in dieser Reihenfolge, die Abhängigkeit von Dritten sinkt.

Kann ich Lightning empfangen, wenn mein Telefon aus ist?

Bei einer selbstverwahrenden Wallet in der Regel nicht, weil dein Gerät an der Zahlung mitwirken muss. Verwahrende Dienste nehmen Zahlungen für dich entgegen, weil dort ein Server die Schlüssel hält.

Ist Lightning in der Schweiz verbreitet?

Als Zahlungsweg bei einzelnen Stellen, allen voran im Kanton Zug und in der Stadt Lugano. Eine belastbare Erhebung, wie viele Schweizer Akzeptanzstellen es gibt, liegt nicht vor.

Quellen

  1. Lightning Network Specifications (BOLTs), BOLT #2: Peer Protocol for Channel Management , abgerufen am
  2. Lightning Network Specifications (BOLTs), BOLT #4: Onion Routing Protocol , abgerufen am
  3. Eigene Erhebung über die Programmschnittstelle von mempool.space, Lightning-Statistik vom 23. August 2026 , abgerufen am

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